2.3.3. Fremdsprachencurriculum

Das Sprachlernprogramm der Berkersheimer Schule im Bereich Englisch ist angelehnt an das Fremdsprachendidaktische Konzept des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens (GER).
So ist der Unterricht vorwiegend kommunikativ - handlungsorientiert ausge­richtet.

Im Europäischen Referenzrahmen für Sprachenlernen sind beim Erwerb einer Fremdsprache jeweils drei zweigliedrige Kompetenzstufen definiert, die sich wiederum nach fünf Fähigkeits- und Fertigkeitsbereichen untergliedern lassen.

Das Lernziel für Ende des vierten Schuljahres richtet sich demnach nach dem Niveau der Kompetenzstufe A1 des GER:

Allgemeine Beschreibung von A1:
Der Lerner kann alltägliche Ausdrücke und grundlegende Sätze verstehen und gebrauchen, welche Bedürfnisse konkreter Art zufrieden stellen. Er kann sich selbst und andere vorstellen und Fragen stellen bzw. beantworten, die sich auf persönliche Aspekte beziehen, z.B. wo er lebt, welche Menschen er kennt, wel­che Dinge er besitzt. Er kann auf einfache Weise mit anderen interagieren, wenn der Kommunikationspartner langsam und deutlich spricht und bereit ist zu helfen.

Das sprachliche Niveau dieser Kompetenzstufe beinhaltet fünf Fertigkeitsbereiche, die so beschrieben werden können:

Hören: Ich kann vertraute Ausdrücke und einfache Sätze verstehen.

Lesen: Ich kann vertraute Namen, Wörter und Sätze erfassen, z.B. auf Schildern, Plakaten und Prospekten.

An Gesprächen teilnehmen: Ich kann mich auf einfache Art verständigen. Ich kann einfache Fragen stellen und beantworten, sofern es sich um unmittelbare notwendige Dinge und um vertraute Themen handelt.

Zusammenhängend sprechen: Ich kann einfach Wendungen und Sätze gebrauchen, z.B. um Leute, die ich kenne, zu beschreiben und zu beschreiben, wo ich wohne.

Schreiben: Ich kann Formulare, z.B. im Hotel ausfüllen oder eine Grußkarte zu Weihnachten, Ostern oder Feriengrüße schreiben.

Die Formulierung dieser Lernziele helfen den Schülern zu verstehen, was von ihnen erwartet wird.

Dadurch sind die Schüler auch in der Lage, den Unterricht mit zu gestalten. Das selbstständige Lernen soll im Bereich Fremdsprachenlernen durch Einsatz von verschiedenen Medien wie Wörterbuch, Wörterheft, Lieder, Filme, Internet eine vordergründige Bedeutung gewinnen. Das Konzept der Schülerorientierung wird dadurch realistischer.

 

2.3.3.1.     Englisch von der ersten bis zur vierten Klasse

Für das Schuljahr 2006/07 wurde erstmalig die Bewilligung eines Schulversuches „Englisch ab dem 1. Schuljahr“ beantragt. Die Genehmigung erfolgte zum Schuljahr 2007/08.

I.       Methodisch/didaktische Ansätze im ersten und zweiten Schuljahr

Im Unterricht der ersten und zweiten Klasse wird ein handlungsorientierter, ausschließlich mündlicher Umgang mit der englischen Sprache gepflegt.

Die Erfahrungswelt der Kinder sowie landeskundliche Themen werden in die Inhalte des frühen Englischunterrichts integriert.

Bewegungsspiele, Wortspiele, Lieder, Reime und Bastelarbeiten helfen, das Hör- und Sprechvermögen der Kinder zu schulen und zu unterstützen.

Bilder illustrieren das Gehörte. Der Lernstoff wird spielerisch durch Gestik und Pantomime eingeführt, sinnvolle Aktivitäten im Unterricht sollen alle Sinne ansprechen und das Gehörte verinnerlichen. Die Kinder werden behutsam zum ersten Sprechen geführt. Eine Handpuppe steht den Kindern als Gesprächspartner und Identifikationsfigur zur Seite, damit auch schüchterne Kinder aus sich heraus kommen können.

Durch chatter chains, so genannte Sprach-Handlungsketten lernen die Kinder kleine Dialoge aus dem Alltag zu führen.

II.     Methodisch/didaktische Ansätze im dritten und vierten Schuljahr

Der „weiterführende“ Englischunterricht im dritten und vierten Schuljahr bezieht behutsam das englische Schriftbild mit ein und führt die Kinder auch zum Lesen von englischen Texten.

Der im ersten und zweiten Schuljahr durch Hörverstehen erworbene Wortschatz wird nun auch durch Zuordnung Bild-Wortkarten, Lückentexte, und vocabulary-games ergänzt, bzw. erweitert.

Das Einprägen des Wortschatzes wird durch das Führen eines Wörterheftes vertieft.

Die Kinder werden an das Lesen durch englische Bilder- und Kinderbücher herangeführt.

Im Bereich der Sprachmittlung verdeutlichen Sprachspiele den Gebrauch des Simple Present im Unterschied zum Present Progressive oder die Bildung von Einzahl-Mehrzahl oder die Benutzung von Pronomen oder das dritte Person-s bei Verben oder der Unterschied von a und an, sowie die englische Satzstellung S P O.

Lieder aus dem englisch/amerikanischen Sprachraum bilden eine Verknüpfung zum Musikunterricht (Fächer integrierender Ansatz). Das Vokabular wird im Sinne eines Spiralcurriculums so immer wieder aufgegriffen.

Arbeitshefte, Musikkassetten, Videoaufzeichnungen sowie Computerprogramme unterstützen den Unterricht.

Die Arbeit mit dem Europäischen Portfolio der Sprachen bahnt eine Sprachlernbewusstheit, auch im Hinblick auf den Übergang in den Fremdsprachenunterricht der weiterführenden Schule, an.

III.   Lernerfolg/Leistungsbeurteilung

 

Zur Leistungsbeurteilung kann die Lehrkraft folgende Instrumentarien mit einbeziehen:

Beobachtung der Kinder in Wiederholungs- Übungsphasen. Lerngespräche mit Kindern, Arbeitsdokumente wie Portfolio, Plakate, Schulhefte, Bildwände, szenische Darstellungen.

Kriterien für die Leistungsbeurteilung leiten sich aus den einzelnen Fertigkeitsbereichen der Kompetenzstufe A1 des GER ab.

Bereich Hören :            Nonverbal auf Anweisungen reagieren, „Total
Physical Response.“ Auf Gehörtes sprachlich reagieren.

Bereich Lesen:           Bekannte Wortbilder erkennen und klanglich korrekt wiedergeben. Kurze Sätze sinnentnehmend lesen.

Bereich Sprechen:       Aussprache, Nachsprechen, Gelerntes aus der
Erinnerung wiedergeben, freies, spontanes Sprechen, an Gesprächen teilnehmen, zusammenhängend sprechen.

Bereich Schreiben:      Wörter und kurze Sätze nach Vorlage richtig
abschreiben.

Den Hauptteil der Benotung stellt die mündliche Mitarbeit dar. Die Note setzt sich aus folgenden drei Komponenten zusammen:

  1. Mündliche Mitarbeit

Beteiligung im Unterricht: regelmäßig/unregelmäßig, ein Bild mit einfachen Worten beschreiben, phonologische Kompetenzen, erarbeitete Wortfelder gut behalten und kleine Sätze reproduzieren, auf Fragen die richtige Antwort geben, über sich sprechen, Hausaufgaben vortragen, Interesse am Englischunterricht vorhanden/nicht vorhanden.

  1. Allgemeiner schriftlicher Bereich

Heftführung: Vollständigkeit im Bezug auf eingeklebte Arbeitsblätter, richtiger Übertragung von Wörtern, Sätzen und Hausaufgabenerledigung.

  1. Spezieller schriftlicher Bereich

Hausaufgabenkontrolle schriftlich, Lückentexte einsetzen, Führen eines Wörterheftes, Lernzielkontrollen.

Die Schülerinnen und Schüler verfügen über einen elementaren Vorrat an einzelnen Wörtern und Satzstrukturen aus bekannten Themenfeldern. Die Wortfelder und Wortfamilien werden schriftlich erarbeitet und vertieft.

In den Lernzielkontrollen sollen die Schülerinnen und Schüler den erarbeiteten Wortschatz wieder erkennen, erlesen, entsprechenden Bildern zuordnen und schreiben können. Dabei sollen sie Nachschlagemöglichkeiten nutzen.
(15.09.2011; AH)

 

 

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