8.1. Geschichte des Stadtteils Berkersheim

 
Anlässlich der 1200 Jahr Feier Berkersheims im Jahre 1995 wurde die Geschichte Berkersheims und deren Schule umfangreich beschrieben. Hier ein kurzer Überblick:
Berkersheim wird mit der Schenkungsurkunde vom 9.12.795 an das Kloster Lorsch erstmals als Ortschaft im Niddagau bezeichnet. Dies bedeutet, dass zu diesem Zeitpunkt mehrere Höfe freier Grundbesitzer zu dieser Ortschaft zusammengewachsen waren und in der Reichsstruktur im Niddagau verwaltet wurden. Berkersheim gehörte zum Bezirk „Grafschaft Bornheimer Berg“.
Im 14. Jahrhundert verpfändet Kaiser Karl VI dieses Königsgut an die Grafen von Hanau. Gegen Ende des 15. Jahrhunderts nimmt der Grundbesitz Frankfurter Bürger in Berkersheim zu.
Die Schelme von Bergen besitzen seit 1315 immer mehr Grundbesitz, bis 1639 Johann Wilhelm Schelm von Bergen noch mehr Land erbt und Berkersheim zu seinem Wohnsitz macht. Am „Höfchen“, dem heutigen Engelhardtschen Hof, sieht man heute noch das Allianzwappen der Familie Schelm von Bergen und Freiherren von Berlepsch. Johann Wilhelm setzt sich für die Einführung der lutherischen Kirche in Berkersheim ein.
In den Jahren 1688 bis 1694 hatte sich die Gemeinde einigermaßen von Elend und Opfern, von Zerstörung und Kriegsschulden des Dreißigjährigen Krieges erholt. Man konnte daran denken, öffentliche Einrichtungen zu schaffen. So entstand zuerst eine lutherische Schule auf dem Gelände der heutigen Kirche gemeinsam mit einem kleinen Gotteshaus und einem Pfarrhaus. Ermöglicht wurde dies durch Schenkung und Kapitalkraft der lutherischen Schelme und Grafen. Die reformierte Schule auf dem Gelände der heutigen Pavillons musste natürlich bald folgen. Die reformierte Gemeinde hatte zu dieser Zeit eine kleine Kirche, 1450 erbaut, auf dem ehemaligen Berkersheimer Friedhof. Dieser lag genau auf dem Gelände unserer heutigen Schule bis zu seiner Schließung 1894. Diese beiden ersten Schulen wurden von je 13 bis 15 Kindern bei rund 20 Familien im Dorf besucht. Bis 1818 bestanden diese beiden Schulen.
1886 wurde Berkersheim mit 6 weiteren Orten und der Stadt Bockenheim zum Landkreis Frankfurt zugeordnet.
Berkersheim wurde im Jahre 1910 Stadtteil von Frankfurt. Damit bekam Berkersheim Gas- und Wasserversorgung. 1915 – 1916 wurde das heutige Schulhaus gebaut. 1916 fuhr die Straßenbahn bis zum Dachsberg. 1925 wurde sie dann bis zum späteren Endpunkt weitergeführt. Die Zunahme der Bevölkerung war nach der Eingemeindung beträchtlich. Die Kanalisation wurde allerdings erst sehr spät in Berkersheim gebaut und zwar in den Jahren 1961 bis 1966.
Seither ist der Stadtteil immer größer geworden, einige kleine Neubausiedlungen kamen hinzu und im Jahre 1996 bezogen viele deutsche Familien die ehemalige US-Wohnsiedlung, so dass Berkersheim viele neue Mitbürger bekommen hat.

Die Schule wurde 1977 durch zwei Pavillon-Klassenräume erweitert. Diese wurden im November 2000 durch Container-Bauten ersetzt und um einen Betreuungsraum und zwei Verwaltungsräume ergänzt. Diese Container-Bauten wurden im Sommer 2005 erneut abgerissen und durch einen soliden zweigeschossigen Neubau ersetzt. Darin befinden sich nun 4 Klassenräume, Lehrerzimmer und die Verwaltung.

Berkersheim ist immer noch der ländlichste und kleinste Stadtteil Frankfurts. Landwirtschaftsbetriebe haben heutzutage umgestellt auf Ackerbau und die Pflege, bzw. Unterbringung von Pferden. Frische Eier gibt es weiterhin, Apfelwein wird gekeltert, und der Traktor gehört zum Ortsbild dazu.
Berkersheim ist umgeben von vielen Wiesen des Naherholungsgebietes an der Nidda. Es lädt zum Radfahren ein, so dass die Kinder zwar in der Stadt groß werden, doch die Freiheiten und Möglichkeiten der Natur nutzen und in ihr leben und lernen können.

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