Lernzeiten

Lernzeiten der ersten Klassen im Schuljahr 18/19

 

Wir möchten Ihnen an dieser Stelle einige Informationen über unsere Lernzeiten in den ersten Klassen geben:

Allgemeine Informationen

  • In diesem Schuljahr (18/19) haben wir in unseren ersten Klassen die Lernzeiten eingeführt.
  • Lernzeiten sollen die herkömmlichen Hausaufgaben ersetzen. Es sind Übungszeiten, die in der Schule stattfinden.
  • Begleitet werden diese durch die jeweilige Klassen- bzw. Fachlehrerin und einer Pädagogischen Fachkraft.
  • Zurzeit werden wir in den Lernzeiten durch Mitarbeiterinnen unserer Erweiterten Schulischen Betreuung (ESB) und der stellvertretenden Leitung des Kinderzentrums Berkersheimer Weg unterstützt.
  • Unsere Erstklässler haben zwei Lernzeiten in der Woche, die jeweils 45 Minuten umfassen.

 

Inhalte

 

  • Inhaltlich arbeiten die Kinder an Themen aus dem Unterricht, hauptsächlich in den Bereichen Mathematik und Deutsch.
  • Im Jahrgangsteam wird der aktuelle Lernzeitenplan in Anpassung an Unterricht und Übungsbedarf erstellt. Somit schließt er sich inhaltlich an die vom Hessischen Kultusministerium vorgegebenen Inhalte für die Klasse 1 an.
  • Es findet ein regelmäßiger Austausch mit den Päd. Fachkräften statt.
  • Es werden unterschiedliche Materialien und Methoden angeboten. Dazu gehören beispielsweise Übungshefte und Arbeitsblätter, genauso wie Lernspiele und das Arbeiten am Computer.
  • Übungen am PC werden von einer Fachkraft begleitet.
  • (Lern-)spiele und anderes Zusatzmaterial befinden sich an einem gesonderten Ort im Klassenraum. Diese Materialien werden auch zur Differenzierung eingesetzt. So liegen beispielsweise Legeplättchen zum Üben von Mengenverständnis in Mathematik bereit.
  • Kinder, die besonders effektiv arbeiten, finden dort eine Auswahl an Materialien, die sie zusätzlich fordern.
  • Die Lernzeiten sollen Raum geben, Unterrichtsinhalte zu festigen und zu üben. Außerdem trainieren sie selbstständiges Arbeiten.

 

Organisation

 

  • Die Lehrkraft und die Päd. Fachkraft können auf einzelne Kinder eingehen und diese individuell fördern. Auch die Arbeit in Kleingruppen ist möglich.
  • Eine Lernzeiteneinheit umfasst vier Lernzeiten, findet also in einem zeitlichen Rahmen von zwei Wochen statt. Aufgrund von äußeren Faktoren wie z. B. Feiertagen, schulischen Aktionen etc. kann sich eine Lernzeiteneinheit verlängern oder verkürzen. Auch können die jeweiligen Lehrkräfte aus pädagogischen oder lerninhaltlichen Gründen entscheiden, diesen Zeitraum zu erweitern oder zu begrenzen.
  • Zu Beginn einer Lernzeiteneinheit erhalten die Kinder einen Lernzeitenplan. Gemeinsam wird dieser gesichtet und die Inhalte werden vorgestellt.
  • Die Übungen im Lernzeitenplan sind symbolisch so dargestellt, dass Erstklässler – mit ein wenig Training – auch ohne Hilfe die Möglichkeit haben, diese zu verstehen und daran zu arbeiten.
  • Jedes Kind entscheidet selbst, mit welcher Übung es beginnt. Hat es diese beendet, wählt es eine weitere Übung aus usw.
  • Die Ergebnisse werden zusammen mit dem Plan in einer Lernzeitenmappe gesammelt.

 

Ergebnisse

 

  • Ist eine Lernzeiteneinheit beendet, ordnen die Kinder alle bearbeiteten Materialien in ihre Lernzeitenmappe ein. Die Lehrkraft sichtet alle Lernzeitenmappen und bezieht auch Rückmeldungen der Päd. Fachkraft mit ein.
  • Die erledigten Aufgaben der Kinder werden unter verschiedenen Gesichtspunkten durchgesehen. Beim Schreiben von Buchstaben steht beispielsweise die Feinmotorik (Linienführung) und das richtige Einordnen in die Schreiblinien im Vordergrund. Das Schreiben von Wörtern zu Bildern zeigt der Lehrkraft, inwieweit das Kind Laute unterscheiden kann. Solange Rechtschreibung noch nicht thematisiert wurde, wird z.B. auch nicht jedes Wort rechtschriftlich korrigiert. Zunehmend wird zum Vergleich das Wort richtig dazugeschrieben – „so wie die Erwachsenen es schreiben.“
  • Kriterien, die regelmäßig eine Rolle spielen sind das Lerntempo, die Sorgfalt und die erzielten Ergebnisse im inhaltlichen Sinne (s. o.)
  • Wir möchten den Kindern durch unsere Korrekturen Hilfestellungen geben, sie aber nicht entmutigen.
  • Erledigte Aufgaben werden im Plan durch die Kinder abgehakt. Lehrer/innen und Päd. Fachkräfte machen in der entsprechenden Spalte auf dem Plan deutlich, ob sie die Ergebnisse gesehen (g) oder aber überarbeitet (ü) haben.
  • Die (schriftliche) Berichtigung der Lernzeiten wird erst im zweiten Halbjahr thematisiert. Bis dahin bekommen die Kinder eine mündliche Rückmeldung.
  • Hat die Lehrkraft die Lernzeitenergebnisse gesichtet/überarbeitet, dürfen die Kinder ihre Lernzeitenmappe mit nach Hause nehmen.
  • Die Ergebnisse ihres Kindes sind ein fester Bestandteil des halbjährlich stattfindenden Elterngesprächs.

 

Die Rolle der Eltern

 

  • Sie haben nach Beendigung einer Lernzeiteneinheit die Möglichkeit, die Ergebnisse ihres Kindes anzuschauen und können sich außerdem ein Bild über die Lerninhalte machen. Zudem erhalten Sie eine schriftliche Rückmeldung der Lehrkraft zu den Lernzeiten.
  • Wichtig ist, dass Sie auf dem Lernzeitenplan des Kindes unterschreiben. Nur dann wissen wir, ob Sie die Ergebnisse Ihres Kindes zur Kenntnis genommen haben.
  • Wenn es Fragen bezüglich der aktuellen Lernzeiten/der Ergebnisse Ihres Kindes gibt, wenden Sie sich an den jeweiligen Lehrer in der Form, die am Elternabend festgelegt wurde. (Mitteilungsheft, E-Mail etc.)
  • Bestimmte Bereiche des Lernens sind für unsere Lernzeiten ungeeignet. In Klasse 1 gilt dies insbesondere für Leseübungen. Aber auch das Lernen von Gedichten ist in Lernzeiten der ersten Klasse schwer umsetzbar. Aufgaben dieser Art bleiben neben der Arbeit in der Schule nach wie vor eine Übungsform für zu Hause.
  • Die jeweils zuständige Lehrkraft entscheidet, in welchem Maße und in welchem Zeitraum Übungen für zu Hause sinnvoll sind. Sie als Eltern sollten Ihr Kind hierbei unterstützen. Gut gelingt dies, wenn Vereinbarungen getroffen werden. (Wann/wie lange wird was geübt).
  • Informationen über neue Aufgaben und in welchem Zeitraum diese erledigt werden sollten, erhalten Sie ebenfalls durch den Klassenlehrer/die Klassenlehrerin, z. B. per Mail oder durch das Mitteilungsheft.
  • Zusätzlich zu den Lernzeiten gibt es die sogenannten „Mehrmacher-Aufgaben“. Das sind Aufgaben, die Ihre Kinder zu Hause erledigen dürfen – aber nicht müssen. Gerne können die Ergebnisse auch den Lehrkräften gezeigt werden. Eine individuelle Rückmeldung ist allerdings nicht vorgesehen.
  • In den vergangenen Elterngesprächen wurde Ihnen mitgeteilt, wie Sie Ihre Kinder zusätzlich fördern und fordern können. Hierzu gab es individuelle Tipps zu Materialien oder Übungsformen.

 

 

Individuelles Lernen

 

  • Weil nicht jedes Kind auf die gleiche Art und Weise und auch nicht im gleichen Tempo lernt, besteht nach Sichtung der Lernzeiten-Ergebnisse die Möglichkeit seitens der Lehrkraft, den Lernzeitenplan individuell anzupassen. Beispielsweise kann die Menge der Aufgaben verändert werden. Es können aber auch fördernde oder fordernde Aufgaben in den nächsten Plan integriert werden.
  • Möglich sind auch individuelle Absprachen per Nachricht oder Elterngespräch. (Es kann z. B. eine gewisse Menge zur Nachbearbeitung festgelegt werden.)

 

Lernzeiten oder Hausaufgaben?

 

  • Die Teilnahme an den Lernzeiten war bisher verpflichtend. Mit Zustimmung der Schulkonferenz wird die Lernzeit ab dem 13.12.18 ein freiwilliges Angebot werden. Sie als Eltern können dann entscheiden, ob Ihr Kind an den Lernzeiten teilnehmen soll. Diese Entscheidung treffen Sie für ein halbes Schuljahr verbindlich. Dazu füllen Sie das Ihnen ausgehändigte Formular aus.
  • Aus organisatorischen Gründen finden die Lernzeiten dann an den Randstunden statt, sodass Kinder, die nicht daran teilnehmen, Unterrichtsschluss haben.
  • Kinder, die ab dem 13.12.2018 an unseren Lernzeiten nicht mehr teilnehmen, erhalten Wochenhausaufgaben. Diese entsprechen inhaltlich den Lernzeitenplänen, können allerdings eine weniger große Materialvielfalt anbieten.
  • Wochenhausaufgaben können weder in der Schule, noch in der Erweiterten Schulischen Betreuung (ESB) erledigt werden.
  • Die Lehrkraft entwickelt und korrigiert/sichtet die Hausaufgaben in regelmäßigen Abständen, angepasst an den Verlauf der jeweiligen Lernzeit.

 

Beispiel für einen Lernzeitenplan:

 

Umfrageergebnis:

Die Kinder der Klassen 1a, 1b und 1c wurden Anfang Dezember 2018 gefragt, wie sie die Lernzeiten finden.Hier ein paar O-Töne:

  • „Mir gefallen die Lernzeiten, weil …
    …wir keine Hausaufgaben haben. Nach 5-6 Stunden ist Schluss.“
    …ich dann daheim/im Hort mehr Zeit zum Spielen habe.“
    …das Lernen mit dem Computer Spaß macht.“
    …wir da sinnvolle Sachen machen.“
    …da noch andere Erwachsene dabei sind und ich nicht so lange warten   muss, wenn ich Fragen habe.“
    …man da gut arbeiten und sich konzentrieren kann.“
    …ich da aussuchen kann, mit welcher Aufgabe ich anfange.“
  • „Ich mag die Lernzeiten nicht, weil …
    …wir da so schwierige Sachen machen.“
    …weil ich lieber daheim/im Hort Hausaufgaben machen will.“